{"id":1077,"date":"2020-10-16T05:59:39","date_gmt":"2020-10-16T05:59:39","guid":{"rendered":"http:\/\/schule-fuer-kinder-beruflich-reisender.de\/?p=1077"},"modified":"2020-11-17T21:51:36","modified_gmt":"2020-11-17T21:51:36","slug":"sfkbr-schuelerin-erhaellt-grips-gewinnt-stipendium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schule-fuer-kinder-beruflich-reisender.de\/?p=1077","title":{"rendered":"SfKbR-Sch\u00fclerin erh\u00e4lt ein Stipendium der Joachim Herz Stiftung"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Sch\u00fclerin hat einen eindr\u00fccklichen, selbstreflektierten Einblick in den spannenden Tag der Entscheidung verfasst. Vielen Dank, dass wir diesen Text ver\u00f6ffentlichen d\u00fcrfen:<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich zu einem Bewerbungsgespr\u00e4ch f\u00fcr das Sch\u00fclerstipendium der Joachim Herz Stiftung nach Hamburg eingeladen wurde, konnte ich mein Gl\u00fcck zun\u00e4chst kaum glauben. Wenn man f\u00fcr dieses Sch\u00fclerstipendium angenommen wird, erh\u00e4lt man zur Unterst\u00fctzung der schulischen Bildung bis zum Absolvieren des Abiturs\/Fachabiturs einen monatlichen Betrag von 180\u20ac, zudem werden zahlreiche Seminare angeboten. Doch zur selben Zeit wusste ich auch, dass ein sehr anstrengender und stressiger Tag vor mir stand. Ich hatte mich f\u00fcr das Stipendium beworben, doch in der letzten und entscheidenden 3ten Runde des Auswahlverfahrens musste ich pr\u00e4sent in Hamburg auftreten und eine Jury von meinen Qualit\u00e4ten als Stipendiatin \u00fcberzeugen. Damals konnte ich nat\u00fcrlich nicht erahnen, dass ich f\u00fcr das Sch\u00fclerstipendium angenommen werden w\u00fcrde, denn ich hatte gro\u00dfe Zweifel an meiner Selbstpr\u00e4sentation.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich mit dem PKW in Hamburg angekommen und im Motel eingecheckt habe, haben ich und meine Familie die Stadt Hamburg angesehen, denn meine Familie hat sich entschlossen, mich zur Unterst\u00fctzung nach Hamburg zu begleiten. Jedoch konnte ich mich nicht entspannen, ich musste die ganze Zeit daran denken, dass ich bald in einem Bewerbungsgespr\u00e4ch Fragen zu meiner schulischen Situation, meinen Interessen und meiner Familie beantworten w\u00fcrde. Die Aufregung hat mich beinahe aufgefressen. R\u00fcckblickend hat mir diese Aufregung im Endeffekt nur einen sch\u00f6nen Aufenthalt in einer gro\u00dfen Stadt gekostet, in der ich noch nie zuvor war.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/schule-fuer-kinder-beruflich-reisender.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/signal-2020-10-16-075828-1024x576.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1078\" srcset=\"https:\/\/schule-fuer-kinder-beruflich-reisender.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/signal-2020-10-16-075828-1024x576.jpeg 1024w, https:\/\/schule-fuer-kinder-beruflich-reisender.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/signal-2020-10-16-075828-300x169.jpeg 300w, https:\/\/schule-fuer-kinder-beruflich-reisender.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/signal-2020-10-16-075828-768x432.jpeg 768w, https:\/\/schule-fuer-kinder-beruflich-reisender.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/signal-2020-10-16-075828-1536x864.jpeg 1536w, https:\/\/schule-fuer-kinder-beruflich-reisender.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/signal-2020-10-16-075828-500x281.jpeg 500w, https:\/\/schule-fuer-kinder-beruflich-reisender.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/signal-2020-10-16-075828.jpeg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>In der Motel Lobby vor kurz vor dem Bewerbungsgespr\u00e4ch \ud83d\ude09<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich habe mich wie in einer Mail angek\u00fcndigt 15-20 Minuten mit 2 Mitarbeitern des Stipendiums unterhalten, die mir zu allen m\u00f6glichen Dingen Fragen gestellt haben. Auf die meisten Fragen war ich \u00fcberhaupt nicht vorbereitet, obwohl ich \u00fcber alle m\u00f6glichen Fragen nachgedacht habe, die mir gestellt werden k\u00f6nnten. Ich habe versucht, alles richtig zu machen: Ich habe darauf geachtet langsam zu reden und nicht zu stottern, mich sehr konkret auszudr\u00fccken sowie allgemein selbstbewusst zu wirken. Au\u00dferdem habe ich meinen gesamten Bildungsweg mit Jahreszahlen auswendiggelernt. Aber Sobald mir eine Frage gestellt wurde, habe ich sie sofort beantwortet und habe mir keine Zeit gelassen, um \u00fcber die Frage nachzudenken, weil ich nicht unsicher wirken wollte oder unseri\u00f6s durch den dabei m\u00f6glicherweise entstehenden wortlosen Zeitraum. Manchmal habe ich einen Satz begonnen, und habe vergessen wie ich ihn angefangen habe und einmal habe ich w\u00e4hrend dem Reden die Frage der Jury vergessen, weil ich sosehr darauf geachtet habe, eine hochgestochene Wortwahl voller Fachw\u00f6rter zu benutzen. Und zu meinem Bildungsweg mit Jahreszahlen wurde ich nicht gefragt. Als das Gespr\u00e4ch vorbei war, wurde ich von einer Stipendiatin nach drau\u00dfen begleitet<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Vorbereitungen auf das Bewerbungsgespr\u00e4ch hatte ich unbewusst das Bild im Kopf, dass die Jury der Feind war, gegen den ich quasi \u201ek\u00e4mpfen\u201c musste. Ich dachte, die Fragen, die sie mir stellen, werden eine Art Test sein in dem es nur richtig und falsch gibt. Nach dem Bewerbungsgespr\u00e4ch hat sich meine Meinung ge\u00e4ndert: Nun wei\u00df ich, dass der Feind nicht die Jury ist, denn die Fragen die mir gestellt wurden, waren entgegen meiner Erwartungen nicht herausfordernd oder pr\u00fcfend, in der Art: \u201ewei\u00dft du was die dritte Wurzel von 64 ist?\u201c. Ich wei\u00df nun, dass der eigentliche Feind meine Angst war, die mir Steine in den Weg gelegt hat. Das mag vielleicht wie ein Klischee klingen, aber in meinem Fall ist es durchaus zutreffend.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich das Geb\u00e4ude der Joachim-Herz-Stiftung verlassen habe, hatte ich ein gutes Gef\u00fchl. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass von 150 Bewerbern 100 angenommen werden, standen die Chancen gut, angenommen zu werden. Aber je mehr ich \u00fcber meine Fehler nachgedacht habe, desto unsicherer wurde ich. Nat\u00fcrlich habe ich Fehler gemacht, aber diese Fehler waren der Aufregung geschuldet, die jedem droht, der sich auf dem Weg zu seinem ersten Bewerbungsgespr\u00e4ch macht, somit also auch den anderen Bewerbern f\u00fcr das Joachim-Herz Stipendium. Schlussendlich konnte ich die Jury doch \u00fcberzeugen, dass ich die richtige Bewerberin f\u00fcr das Stipendium bin.<\/p>\n\n\n\n<p>Bist eine coole Socke, bleib wie du bist, viel Gl\u00fcck bei deinem Vorhaben lieber\/e Leser\/in und bis dann, oder wie es die Hamburger sagen w\u00fcrden: Moinsen Karlchen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Sch\u00fclerin hat einen eindr\u00fccklichen, selbstreflektierten Einblick in den spannenden Tag der Entscheidung verfasst. 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