Friedensbeitrag

Schülerinnen und Schüler der Schule für Kinder beruflich Reisender haben, in Anlehnung an Aktionen einiger evangelischer Kirchenkreise und -gemeinden in Hessen, eine ganz besondere Postkarte auf die Reise geschickt: Eine Friedenstaube auf blauem Hintergrund als Friedensbotschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Zweisprachig, auf Russisch und Deutsch, steht auf der Vorderseite: „Herr Putin, bitte stoppen Sie den Krieg.“ Im Rahmen eines fächerübergreifenden Unterrichts zum Konflikt zwischen Russland und der Ukraine (Deutsch-Gesellschaftslehre/Sachunterricht-Ethik) wurden die Postkarten auf der beschreibbaren Rückseite mit individuellen Friedensappellen an den Sitz der russischen Regierung im Moskauer Kreml adressiert.

Postkarte für den Frieden!

Im Anschluss an die Kartengestaltung haben die Schülerinnen und Schüler an einer nahegelegenen Poststelle das Abschicken der Friedensbotschaften selbst in die Hände genommen. „Wir schicken Putin Frieden und wollen, dass der Krieg aufhört“, so haben die Kinder ihre Aktion umschrieben. Auch wenn allen klar ist, dass Wladimir Putin die Karten wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen wird und mit einer Antwort aus Moskau nicht zu rechnen ist, war es den beteiligten 10 bis 13-Jährigen wichtig, dass sie selbst eine Bitte für Frieden abschicken und einen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft leisten konnten.

Zwei neue Lernmobile für die SfKbR

Unsere zwei neuen Lernmobile.

Die Lernmobil-Flotte der SfKbR hat zwei neue Lernmobile erhalten. Unser besonderer Dank gilt dem hessischen Kultusministerium und der zuständigen Referentin Frau Haarmann-Handouche. Durch den Austausch der beiden ausgemusterten Fahrzeuge umfasst unsere Flotte weiterhin neun Lernmobile, einsatzbereit in ganz Hessen.

Schultüten basteln mit der Kita für beruflich Reisende

Die großen Kita-Kinder stehen schon in den Startlöchern und freuen sich auf ihre Einschulung in die Schule für Kinder beruflich Reisender. Mit der selbstgebastelten Schultüte geht es bald zum ersten Schultag!

Weitere Informationen über die Arbeit unseres Partnerprojektes Kita für beruflich Reisende finden Sie unter https://www.evim.de/betreuungsangebote/evim-bildung/kita-fuer-kinder-beruflich-reisender/

„Fische im Meer“ – Kunstprojekt mit der Kunstpädagogin Christine Schwarzbach

Kunst bei 32 Grad im Schatten

Schon morgens war es am Platz sehr sonnig und heiß. Spät nachts waren die Familien mit ihren Campern angekommen. Das Tierzelt war bereits aufgebaut.

Vor den Sommerferien sollte für die vier Kinder der Familie Ortmann vom Circus Rolina Zeit und Raum für Kunst und Kreativität sein. Aus Wiesbaden war im Lernmobil Christine Schwarzbach, Kunstpädagogin und Malerin, mit angereist.

Gemeinsam wurde zunächst mit den kleinen Tischen aus dem Lernmobil eine Arbeitsfläche im Halbschatten geschaffen. Bunte große Tuben, farbige Wasserstifte, ein Karton und Zeichenpapier wurden ausgelegt. Neugierig beobachteten die beiden Grundschüler Sonny und Tiano, wie in einer Mischform die Druckerfarbe Blau, Grün und Weiß vorbereitet wurde. Liana, Schülerin in Klasse 7, legte unterstützend Hand an. Mit Rollen konnten die drei nun von verschiedenen Seiten die Farbe auftragen, ohne dass sich der Karton wellte. Mit einem kleinen Schwamm setzte Liana im Wasser noch einige Farbakzente ein. Auf grünem Filz zeichnete sie nun Wasserpflanzen, die dann ausgeschnitten auf den wasserfarbenen Karton geklebt wurden.

Nun wurden auf dickem, braunen Zeichenpapier Fische entworfen. Sonny und Tiano entschieden sich für Piranhas mit spitzen scharfen Zähnen. Mit Wasserstiften und Neonfarben wurden die Fische immer imposanter. Farbiger Glitter und Flossen aus Alufolie gaben den Fischen Glanz. Immer mehr Fische fanden den Weg ins Wasser im schattigen Lernmobil. Mit viel Elan machte sich auch Eleyna, das Kita-Kind daran, einen bunten Fisch zu malen. Dieser gefiel ihr jedoch so gut, dass er lieber bei ihr zuhause schwimmen sollte.

Eine fantasiereiche Unterwasserwelt war am Ende entstanden und für die letzten Fische musste noch etwas freies Wasser gefunden werden. Es war früher Nachmittag geworden und die Hitze hing bleiern über dem Platz. Zwischenzeitlich waren bunte Pools mit Wasser befüllt worden. Unter dem Sonnenschirm auf der melonenförmigen Luftmatratze konnte sich Liana nun fast wie am Meer fühlen – mit Blick wie im Tauchboot auf die bunte Tierwelt im Wasser.

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Mit den Wölfen heulen

Ausflug zum Wildpark ‚Alte Fasanerie‘ in Hanau

Auf kleiner Klassenfahrt  besuchten am Donnerstag 21.07.2022 fünf  Schülerinnen und zwei BR Kita-Kinder von Circus Rolina und Circus Alberti mit den Klassenlehrkräften und Erzieherinnen den Wildpark ‚Alte Fasanerie‘ in Hanau/Kleinauheim.

Marion Cieplik hatte den Ausflug organisiert und für eine Führung die Biologin Dr. Marion Ebel gewonnen, bekannt auch als die Frau, die mit den Wölfen heult.

Im Auto mit den Futtereimern zeigte sie uns zunächst den Weg zum Wildschweingehege. Wir hörten von Sissi, der mit der Flasche aufgezogene Wildsau, die in der Rotte keinen Platz gefunden hatte. Da riechen alle gleich und es gilt das Gesetz der Stärksten. Ob Keiler, Bache oder Frischling, jeder versuchte leckeres Futter zu ergattern. Die Schülerin Kenya erzählte von einem Wildschwein im Zirkus ihres Opas. Da würde es sicher auch der schlauen Sissi gut gefallen.

Gut zu Fuß im Wildpark „Alte Fasanerie“ in Hanau

Ein schattiger Waldweg führte dann zum Gehege der Tundra-Wölfe. Die Biologin hatte die Wölfe selbst großgezogen. Langsam näherten sich die drei weißen Wölfe. Sie holten sich erst Futter, dann von ihrer Wolfsmama Streicheleinheiten – und verschwanden wieder. Wir erfuhren, dass die großen Wölfe im kalten Norden leben. Ihr dichtes Fell weist pro Quadratzentimeter über 6000 Haare auf –  im Sommer nur die Hälfte. Dann setzte die Biologin zum Wolfsgeheul an, ganz hoch beginnend, abfallend und wieder ansteigend. Wie ein Echo hörten wir aus der Ferne das Geheul der anderen Wölfe und nach kurzer Zeit kamen die drei weißen Wölfe zurück. Auf Ansage heulten wir nun gemeinsam und der Leitwolf stimmte vor unseren Augen  in unser Heulen ein – welch ein Erlebnis für alle!!

Auf dem Weg zurück kamen wir zu den Luchsen , die sich nur bewegen, wenn sie hungrig sind und als Feinschmecker unter den Tieren gelten – kein fettes Fleisch bitte, gerne mit Herz.

Am Ende gab es für die jungen BesucherInnen des Wildparks ein leckeres Picknick  – und für die Kleinen ein wenig Akrobatik auf dem Spielplatz.

Schöne Sommerferien!

Fahrsicherheitstraining mit den Lernmobilen der SfKbR

Jede Lehrkraft legt jährlich mehrere Tausend Kilometer mit dem Lernmobil zurück, um den Schülerinnen und Schülern der Schule für Kinder beruflich Reisender ein verlässliches Unterrichtangebot zu garantieren. Egal ob bei 40 Grad im Sommer oder bei Regen, Sturm und Schnee, die SfKbR ist immer „on the Road“.

Um angemessen auf Gefahrensituationen auf der Straße reagieren zu können, haben wir ein Fahrsicherheitstraining beim ADAC absolviert. Schon die Grundlagen über das ergonomische Einstellen des Fahrersitzes und der Spiegel war sehr aufschlussreich.

Danach ging es auf die Piste. Nach zwei, drei gemächlichen Runden, um die Route kennenzulernen stieg mit jeder Übung der Adrenalinspiegel. Angefangen mit Vollbremsungen bei 30, 50 und 70 km/h über Ausweichmanöver vor plötzlich auftauchenden Hindernissen, bis zum Austesten des Antiblockiersystems auf glatter Straße übten wir unter der fachmännischen Aufsicht des ADAC-Trainers das richtige Reagieren auf gefährliche Situationen im Straßenverkehr.

Neben dem sehr wertvollen Training war es auch ein sehr schöner Tag im Kreise der Kolleginnen und Kollegen sowie des Kita-Teams. Bei Pommes und Eis gab es die Möglichkeit sich über allerlei Themen auszutauschen.

Wir freuen uns alle schon auf das nächste Fahrsicherheitstraining, ein großer Dank geht raus an den sehr kompetent ADAC-Trainer!

Ankommen im Internatsgymnasium Bad Harzburg

Nach ihrem erfolgreichen Realschulabschluss an der SfKbR hat sich die Schülerin und Reisende Manjana Frank dazu entschieden, auf ein Internat zu gehen, um ihr Abitur zu machen. Im Folgenden schildert sie ihre ersten Erlebnisse auf diesem Internat.

Mein Traum ist in Erfüllung gegangen: Ich gehe jetzt auf ein Internat, um dort Abitur zu machen. Nach meiner Zeit an der Schule für Kinder beruflich Reisender habe ich mich für das Niedersächsische Internatsgymnasium in Bad Harzburg beworben. Nachdem ich an einem Vorstellungsgespräch teilgenommen und mein Zeugnis eingereicht hatte, wurde ich angenommen und lebe bereits seit dem 1. September 2021 im Internat.

In den ersten Tagen musste ich mich zunächst an die neue Situation gewöhnen, denn ich war das erste Mal in meinem Leben fern von meiner Familie. Deshalb hatte ich in der ersten Tagen ein wenig Heimweh, doch schnell habe ich Spaß an den vielen neuen Möglichkeiten gefunden, die das Internat bot. Da ich jetzt nicht mehr regelmäßig meinen Standort wechseln muss, kann ich in Vereinen oder anderen Organisationen aktiv werden, da solche Gemeinschaften immer an einen festen Standort gebunden sind. Diese Möglichkeit habe ich in Angriff genommen und bin nun Mitglied eines Fußballvereins, wir trainieren zweimal wöchentlich. Wenn mir das nicht ausreicht, besuche ich die internatsinterne Kletterhalle oder den Fitnessraum, der sich ebenfalls im Internat befindet.

Neben dem Sport beschäftige ich mich auch mit der Musik. Ich nehme kostenfreien Klavierunterricht, der von der Schule angeboten wird. Hierfür steht mir das Klavier des Internats zur Verfügung. Nachmittags gebe ich jüngeren Schülerinnen und Schülern Nachhilfeunterricht in Französisch und verdiene so bereits etwas Geld für meinen Führerschein. Wenn ich neben diesen Aktivitäten noch Zeit habe, unternehme ich etwas mit meinen Freunden.

Meine Familie soll dabei aber nicht zu kurz kommen. An den Wochenenden habe ich oft die Möglichkeit, sie zu besuchen. Dennoch bleibe ich auch des Öfteren im Internat, da ich mich sehr gut eingelebt habe und Spaß am selbstständigen Leben entwickelt habe.

An der obersten Stelle steht in meinem Alltag die Schule. Nach der Vorbereitung durch die SfKbR nehme ich problemlos am Unterricht des Internats teil. Mithilfe der gesammelten Kompetenzen, die ich in der SfKbR erlernt habe, erbringe ich schriftlich sowie mündlich gute bis sehr gute Leistungen, die sich auch in meinem ersten Zeugnis widerspiegeln. Darauf bin ich sehr stolz. Da mir Schule Spaß macht, nehme ich aktiv am Unterrichtsgeschehen teil.

Oft werde ich gefragt, warum ich mich für ein Leben auf dem Internat entschieden habe. Ein guter Schulabschluss ist meiner Meinung nach sehr wichtig für meine Zukunft, auch im Hinblick auf die vielen Berufe, die in der Zukunft durch Maschinen und Algorithmen ersetzt werden. Da ein Schulabschluss der Grundstein für den beruflichen Werdegang ist, sollte der Fokus immer darauf liegen. Wenn man beispielsweise studieren möchte, ist das Abitur eine Grundvoraussetzung dafür. Aber auch die Chancen einer erfolgreichen Laufbahn in einem Ausbildungsberuf werden durch das Abitur erhöht. Und das alles wiederum bietet Sicherheit. Letztendlich ist das Geschäft der Reise ein, wenn auch schöner, sehr unsicheren Beruf, der keine Zukunftsgarantie verspricht.

Zuletzt möchte ich noch einen großen Dank an die Schule aussprechen, die ich von der fünften bis zur zehnten Klasse besucht habe. Nur durch die SfKbR kann ich das Leben führen, das ich jetzt lebe. Besonderen Dank gebührt dabei der Lehrkraft, die mich auf diesem Weg als Lehrer und Mentor begleitet hat, Johannes Bühler.

Alle, die schulisch einen höheren Bildungsabschluss anstreben, möchte ich hiermit dazu ermutigen, die Möglichkeit eines Internats zu nutzen. Wenn man sein Ziel fest vor Augen hat und fleißig lernt, kann alles erreicht werden.

Beim Musizieren und mein erstes Zeugnis an der Oberstufe

Das Digitale Schultagebuch

Hessen startet als erstes Bundesland

Jeder reisende Schüler kennt ihn, den blauen Ordner des offiziellen Schultagebuches. Dort tragen die oftmals im wöchentlichen Wechsel besuchten Stützpunktschulen den Schulbesuch der Zirkus- und Schautellerkinder ein.

Zum 01.11.2020 startete DigLu, das digitale Schultagebuch. Es handelt sich um ein Projekt der Kultusministerkonferenz. Neben der Umstellung vom klassischen Papiertagebuch auf eine digitales Format bietet die Lernplattform viele zusätzliche Features. Die direkte Kommunikation zwischen Schulen, Eltern, Schülern und Bereichslehrkräften. Lernpläne und Unterrichtsmaterialien können darin hinterlegt und jederzeit abgerufen werden. Eltern, Schüler und Lehrkräfte können von jedem Ort der Republik aus mit ihrem Smartphone das digitale Schultagebuch einsehen.

Da Hessen mit der Schule für Kinder beruflich Reisender eine feste Stammschule für Zirkus- und Schaustellerkinder hat, war es uns möglich, als erstes Bundesland in die Pilotphase des KMK Projektes digitales Schultagebuch zu starten. Darauf sind wir sehr stolz!

Sie möchten mit Ihrer Familie das digitale Schultagebuch nutzen? Schreiben Sie uns an! Mehr Infos hier: https://www.diglu.de/

SfKbR-Schülerin erhält ein Stipendium der Joachim Herz Stiftung

Unsere Schülerin hat einen eindrücklichen, selbstreflektierten Einblick in den spannenden Tag der Entscheidung verfasst. Vielen Dank, dass wir diesen Text veröffentlichen dürfen:

Als ich zu einem Bewerbungsgespräch für das Schülerstipendium der Joachim Herz Stiftung nach Hamburg eingeladen wurde, konnte ich mein Glück zunächst kaum glauben. Wenn man für dieses Schülerstipendium angenommen wird, erhält man zur Unterstützung der schulischen Bildung bis zum Absolvieren des Abiturs/Fachabiturs einen monatlichen Betrag von 180€, zudem werden zahlreiche Seminare angeboten. Doch zur selben Zeit wusste ich auch, dass ein sehr anstrengender und stressiger Tag vor mir stand. Ich hatte mich für das Stipendium beworben, doch in der letzten und entscheidenden 3ten Runde des Auswahlverfahrens musste ich präsent in Hamburg auftreten und eine Jury von meinen Qualitäten als Stipendiatin überzeugen. Damals konnte ich natürlich nicht erahnen, dass ich für das Schülerstipendium angenommen werden würde, denn ich hatte große Zweifel an meiner Selbstpräsentation.

Nachdem ich mit dem PKW in Hamburg angekommen und im Motel eingecheckt habe, haben ich und meine Familie die Stadt Hamburg angesehen, denn meine Familie hat sich entschlossen, mich zur Unterstützung nach Hamburg zu begleiten. Jedoch konnte ich mich nicht entspannen, ich musste die ganze Zeit daran denken, dass ich bald in einem Bewerbungsgespräch Fragen zu meiner schulischen Situation, meinen Interessen und meiner Familie beantworten würde. Die Aufregung hat mich beinahe aufgefressen. Rückblickend hat mir diese Aufregung im Endeffekt nur einen schönen Aufenthalt in einer großen Stadt gekostet, in der ich noch nie zuvor war.

In der Motel Lobby vor kurz vor dem Bewerbungsgespräch 😉

Ich habe mich wie in einer Mail angekündigt 15-20 Minuten mit 2 Mitarbeitern des Stipendiums unterhalten, die mir zu allen möglichen Dingen Fragen gestellt haben. Auf die meisten Fragen war ich überhaupt nicht vorbereitet, obwohl ich über alle möglichen Fragen nachgedacht habe, die mir gestellt werden könnten. Ich habe versucht, alles richtig zu machen: Ich habe darauf geachtet langsam zu reden und nicht zu stottern, mich sehr konkret auszudrücken sowie allgemein selbstbewusst zu wirken. Außerdem habe ich meinen gesamten Bildungsweg mit Jahreszahlen auswendiggelernt. Aber Sobald mir eine Frage gestellt wurde, habe ich sie sofort beantwortet und habe mir keine Zeit gelassen, um über die Frage nachzudenken, weil ich nicht unsicher wirken wollte oder unseriös durch den dabei möglicherweise entstehenden wortlosen Zeitraum. Manchmal habe ich einen Satz begonnen, und habe vergessen wie ich ihn angefangen habe und einmal habe ich während dem Reden die Frage der Jury vergessen, weil ich sosehr darauf geachtet habe, eine hochgestochene Wortwahl voller Fachwörter zu benutzen. Und zu meinem Bildungsweg mit Jahreszahlen wurde ich nicht gefragt. Als das Gespräch vorbei war, wurde ich von einer Stipendiatin nach draußen begleitet

Bei den Vorbereitungen auf das Bewerbungsgespräch hatte ich unbewusst das Bild im Kopf, dass die Jury der Feind war, gegen den ich quasi „kämpfen“ musste. Ich dachte, die Fragen, die sie mir stellen, werden eine Art Test sein in dem es nur richtig und falsch gibt. Nach dem Bewerbungsgespräch hat sich meine Meinung geändert: Nun weiß ich, dass der Feind nicht die Jury ist, denn die Fragen die mir gestellt wurden, waren entgegen meiner Erwartungen nicht herausfordernd oder prüfend, in der Art: „weißt du was die dritte Wurzel von 64 ist?“. Ich weiß nun, dass der eigentliche Feind meine Angst war, die mir Steine in den Weg gelegt hat. Das mag vielleicht wie ein Klischee klingen, aber in meinem Fall ist es durchaus zutreffend.

Als ich das Gebäude der Joachim-Herz-Stiftung verlassen habe, hatte ich ein gutes Gefühl. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass von 150 Bewerbern 100 angenommen werden, standen die Chancen gut, angenommen zu werden. Aber je mehr ich über meine Fehler nachgedacht habe, desto unsicherer wurde ich. Natürlich habe ich Fehler gemacht, aber diese Fehler waren der Aufregung geschuldet, die jedem droht, der sich auf dem Weg zu seinem ersten Bewerbungsgespräch macht, somit also auch den anderen Bewerbern für das Joachim-Herz Stipendium. Schlussendlich konnte ich die Jury doch überzeugen, dass ich die richtige Bewerberin für das Stipendium bin.

Bist eine coole Socke, bleib wie du bist, viel Glück bei deinem Vorhaben lieber/e Leser/in und bis dann, oder wie es die Hamburger sagen würden: Moinsen Karlchen!